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Chronik

 

 

Noch zu Lebzeiten von Sebastian Kneipp gründeten in Augsburg 32 Männer am 9. September 1889 den »Naturheil-Verein Augsburg«. Der Vereinszweck bestand in erster Linie darin, den Sinn und das Verständnis für naturgemäße Heilkunde und Lebensweise zu wecken und zu fördern. Nachdem am 14. Dezember 1890 Freunde und Mitarbeiter von Pfarrer Kneipp den »Kneipp-Verein Wörishofen« initiiert haben, folgten 1891 engagierte Kneippianer dem Wörishofer Vorbild und riefen bei sich vor Ort ebenfalls Kneipp-Vereine ins Leben. Auch der Naturheilverein in Augsburg schloss sich dieser Bewegung an. Am 27. September 1892 änderte er seinen Namen in »Naturheilverein – Kneipp-Verein Sektion Augsburg«. Am 8. März 1897 wurde er bei der Wiedervereinigung mit dem zwischendurch von ihm abgespaltenen »Hygienischen Verein« in »Kneipp-Verein Augsburg« umbenannt. Ein vom Stamm-Kneipp-Verein Wörishofen herausgegebenes Gedenkblatt zum Tode Kneipps belegt, dass Sebastian Kneipp Ehrenmitglied beim Augsburger Naturheil-Verein war.

 

Aus der langen Vereinsgeschichte ragen drei Ereignisse hervor. 1929 stiftete der Verein anlässlich seines 40-jährigen Bestehens für das Pfarrhaus der Kirche St. Georg, in der Kneipp von November 1854 bis April 1855 als Stadtkaplan wirkte, eine Gedächtnistafel mit seinem Bildnis. 1937 hat auf Antrag des Vereins die Stadtverwaltung das Georgengäßchen, in der Kneipp damals wohnte, in »Sebastian-Kneipp-Gasse« umbenannt. Auf diese Weise wird hier die Nachwelt an Sebastian Kneipp erinnert, direkt an seiner Augsburger Wirkungsstätte. Zum 120-jährigen Jubiläum des Vereins eröffneten die Augsburger Kneippianer für die Allgemeinheit einen neuen, großen Freizeitweg: den »Pfarrer-Kneipp-Weg«. Dieser Weg verbindet vier Lebensstationen von Kneipp miteinander: Bad Wörishofen, Türkheim, Augsburg und Biberbach.

 

Der Verein erlebte Höhen und Tiefen. Den Wechsel vom Auf und Ab spiegeln abstrakt die Zahlen seiner Mitglieder und Aktivitäten wider. Als Höhepunkte können z.B. die großen Veranstaltungen der Gesundheitswochen (1970-1992) sowie der Unterhalt einer eigenen Kuranlage, die »Kneippwiese« (1931-1996) bezeichnet werden; zu den Tiefpunkten zählen die Zwangsauflösung des Vereins (1943) und seine geplante Auflösung (2001). Seit 2003 agiert der Verein erneut auf einer guten und soliden Basis. Es finden sich immer wieder Menschen, die gewillt sind, Kneipps Lehre weiterzugeben. Das ist eine große Aufgabe, und engagierte Arbeit ist der Preis. Wir haben die Zuversicht, dass es in Augsburg weiterhin Menschen geben wird, die sich dafür so selbstlos einsetzen wie die Generationen zuvor.