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Sein Leben

Sebastian Kneipp wurde am 17. Mai 1821 in Stephansried bei Ottobeuren als viertes Kind der Weberfamilie Maria Rosina und Franz Xaver Kneipp geboren. Er hatte zwei Stiefschwestern, Magdalena und Maria, sowie eine ältere und eine jüngere Schwester, Viktoria und Theresia.

 

Kneipps Kindheit und Jugend waren geprägt von drückender Armut. Schon mit elf Jahren musste er das Weberhandwerk erlernen, um zum Unterhalt der Familie beizutragen. Doch in dem wissbegierigen Buben reifte früh der unerschütterliche Wunsch, Geistlicher zu werden.

 

Dank der Hilfe eines entfernten Verwandten, des Kaplans Matthias Merkle, konnte er mit 23 Jahren das Gymnasium in Dillingen besuchen. Während der Schulzeit erkrankte Kneipp schwer an einer Lungentuberkulose, trotzdem schaffte er es, das Gymnasium zu absolvieren und in München mit dem Theologiestudium anzufangen.

 

Zu Studienbeginn stieß Kneipp auf das Buch »Unterricht von Kraft und Wirkung des frischen Wassers« des Arztes Johann Siegmund Hahn. Voller Hoffnung setzte der immer noch arg geschwächte Kneipp das neue Wissen sogleich in die Praxis um. Durch geduldiges Wiederholen von kalten Wasseranwendungen wurde er wieder gesund.

   

Nach seiner Priesterweihe war Kneipp zunächst als Kaplan in Biberbach, Boos und Augsburg tätig, bis er 1855 als Beichtvater an das Dominikanerinnenkloster nach Wörishofen berufen wurde. Zu diesem Amt als geistlicher und wirtschaftlicher Leiter des Klosters kam 1881 die Stelle des Ortspfarrers von Wörishofen hinzu.

 

Kneipps Wissen als Naturheiler wäre für die Nachwelt verloren gegangen, hätten ihn nicht Freunde dazu überredet, seine Erfahrungen auf dem Gebiet der Gesundheit niederzuschreiben. 1886 erschien sein Buch »Meine Wasserkur«, das sich in kurzer Zeit zu einem Bestseller entwickelte. Auch das 1889 herausgegebene Werk »So sollt ihr leben« wurde ein großer Erfolg.

   

Den späten Ruhm und Reichtum nutzte Kneipp zur Errichtung seiner Stiftungen Sebastianeum, Kinderheilstätte und Kneippianum. Sein wichtigster Förderer war Erzherzog Joseph von Österreich-Ungarn, auf dessen Vorschlag hin Pfarrer Kneipp von Papst Leo XIII. zum Päpstlichen Geheimkämmerer mit dem Titel Monsignore ernannt wurde.

    

Am 17. Juni 1897 verstarb Sebastian Kneipp im Alter von 76 Jahren an einem Tumor.